Die große Suchwortrevue 08/2010, oder: Sag mal, Martin…

…wie kommen eigentlich Leute auf deine Seite, wenn sie dich nicht kennen und du sie nicht gezwungen hast, hierher zu kommen, uuuuuund sie auch nicht sonstwo einfach auf eine Verlinkung hierher geklickt haben?

Sie benutzen Suchmaschinen. Und dann finden sie das her. Und dann verschwinden sie meistens relativ schnell wieder, geben mir aber die Gelegenheit, eine mächtige Top 3 der häufigsten Suchworte zu erstellen, mit denen Leute im August 2010 auf meine Seite gestoßen sind. Wir nennen das ganze vollkommen unprätentiös “Die große Suchwort-Revue” – Yay!

  1. “Kastratenjahrhundert” und Abwandlungen wie “pfui über das schlappe kastratenjahrundert” oder auch nur “pfui über” führen die Menschen unangefochten am häufigsten hier her. Dabei habe ich eigentlich nur einmal über eine Theateraufführung von Schillers “Die Räuber” geschrieben und einmal den Begriff auch in einem Gedicht verwendet. Ich vermute daher, dass die Menschen relativ enttäuscht waren mit ihrem Suchergebnis. Achja, mein absoluter Favorit ist übrigens “was bedeutet pfui über das schlappe kastratenJahrhundert Die Räuber Schiller”. Wer so sucht, verdient es wirklich, diese Seite zu finden.
  2. “Kim Frank” und mit ihm verwandte Suchbegriffe wie “kim frank aktuell 2010″ belegen den zweiten Rang. Ich vermute, dass das Landen auf meiner Seite bei diesen Leuten eine noch größere Frustration hervorgerufen hat als bei “Kastratenjahrhundert”. Denn tatsächlich bin ich nur deshalb zu einer Topanlaufstelle für Kim Frank-Fans dieses Planeten geworden, da ich 2009 zum neuen Jahr aus Spaß ein Comeback der Band Echt erwartet hatte. Wo ist das eigentlich geblieben?! Hehe. Haha. Hoho. Hm.
  3. kamen Menschenkinder auf meine Seite, nachdem sie nach “The Low Anthem” oder Textpassagen der Band gesucht haben. Leider gibt es keine Erkenntnisse darüber, wie enttäuscht diese Leute waren, nachdem sie auf meine dreiteilige Serie zum Album “Oh My God, Charlie Darwin” gestoßen waren und sie nicht gelesen haben.

Auf den hinteren Rängen findet sich im Übrigen ein Sammelsurium an anderen Suchbegriffen. Manche davon so absurd wie “kleist ich lache ob” oder “derrida werkbegriff”. Jüngst kam auch jemand, der nach “larry gopnik Sonnenstich” gesucht hat. Warum auch immer. Diese Leute werden ziemlich enttäuscht gewesen sein, denke ich.

Aber naja, aber tada!
Mal sehen, ob sich dieser Spaß jeden oder alle paar Monate lohnt. Und ob sich Betroffene Sucher hier melden. Das wäre doch nett, nicht? Vielleicht käme ich mir dann auch nicht so schäbig vor, weil ich hier so private Dinge fremder Leute veröffentliche. Oder noch mehr. Das bleibt euch überlassen.

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Der Dritte Mann / The Third Man (1949)

Am Wochenende “Der Dritte Mann” von Regisseur Carol Reed aus dem Jahre 1949 geguckt. Sehenswert, auf jeden Fall. Film-Noir und so im besetzten Nachkriegs-Wien mit Orson Welles und Joseph Cotton. Schwarzhandel, eine Frau, die Polizei und so weiter. Plot kann man sich ja auch sonstwo durchlesen… Besondere Zitate/Szenen? Einige. Eine stach für mich besonders heraus. Die sei daher hier jetzt geehrt: (Der Hintergrund der Szene ist, dass Holly Martins, gespielt von Joseph Cotten, Orson Welles Charakter Harry Lime zur Rede stellt, da dieser Schwarzhandel mit gestrecktem Penicillin betreibt.)

Harry Lime: Don’t be so gloomy. After all it’s not that awful. Like the fella says, in Italy for 30 years under the Borgias they had warfare, terror, murder, and bloodshed, but they produced Michelangelo, Leonardo da Vinci, and the Renaissance. In Switzerland they had brotherly love – they had 500 years of democracy and peace, and what did that produce? The cuckoo clock.

Böse. Durchaus böse. Aber eben auch ziemlich interessant, wenn man sich die Frage stellen möchte, welche Rahmenbedingungen große Kunst oder das, was vielerorts dafür gehalten wird, hervorbringen.
Der Film hat dabei insgesamt einige solche im ersten Moment manchmal sogar eher unauffälligen Textpassagen, in denen aber doch ordentlich etwas mitschwingt. Also: Ansehen.

Fertig.

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Überlegenheitsparaphrase

Überlegenheitsparaphrase

eine Phase
hellsten Lichts
scheint in mir

eine Phrase
übers Nichts
keimt in mir

und ich schleudere sie raus da,
denn sie muss raus da und ihr
hört mir zu da, denn ich zeig
euch ein “da lang!” und da kommt
jemand und will mir in meine
Parade fahren, doch da lass ich
mir nicht in die Parade fahren:
da mach ich einfach weiter, da
das trotz Nichts noch geht.

irgendwie–

mit der Wucht, es gut zu meinen,
trat ich morgens aus der Tür.
doch die Sucht, auch klug zu reimen,
ließ mir keinen Raum mehr für
verständnissicherndes Handeln.

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